DRK-Nostalgie1Foto: DRK Mettmann

Geschichte der Ortsvereinigung Wiesbaden - Innenstadt Bereitschaft IV

Die Ortsvereinigung Wiesbaden Innenstadt und die Bereitschaft IV blicken auf eine lange Geschichte zurück. Seit nun mehr als 112 Jahren existiert die Vereinigung und leistet freiwillig und unparteilich Dienst für die MitbürgerInnen in Wiesbaden.
Die Ursprünge
Gegründet wurde unsere Ortsvereinigung am 07.11.1894 als „Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Wiesbaden“. Die Sanitätskolonne entstand als Unterabteilung des preußischen Landesvereins vom Roten Kreuz und gehörte dem Provinzialverein vom Roten Kreuz für die Provinz Hessen-Nassau an. Der Wirkungsbereich erstreckte sich damals auf das Stadtgebiet Wiesbaden.  Die satzungsgemäßen Aufgaben wurden damals definiert als:
„Die ordentlichen Mitglieder sollen in Ausübung freier Liebestätigkeit zur unentgeltlichen Unterstützung der öffentlichen Krankenpflege und des Gesundheitsdienstes, der Bekämpfung von Seuchen und Volkskrankheiten, des allgemeinen Rettungs- und Hilfsdienstes sowie für die Linderung außerordentlicher Notstände des In- und Auslandes zur Verfügung stehen.“
 
Die ersten Ausbildungen der Mitglieder der Sanitätskolonne fanden damals in einer Turnhalle in der Rheinstraße statt. In den ersten Jahren trugen die Angehörigen lediglich eine Rotkreuz-Armbinde. Ab 1900 kam eine weiße Schirmmütze, [Geh-]Rock und Leibriemen. Erst mit dem Jahr 1910 wurde die Dienstbekleidung erweitert. Jeder Helfer hatte dann als persönliche Ausrüstung: 1 Mütze, 1 Halsbinde, 1 [Geh-]Rock, 1 Hose, 1 Mantel, 1 Leibriemen, 1 Verbandtasche mit Füllung, 1 Armbinde. 1911 konnte die Kolonne im Rahmen einer Übung 36 Sanitätshunde vorführen und damit ihre umfangreiches Aufgabenspektrum noch weiter ausbauen.
 
Die Zeit der Weltkriege 
Der erste Weltkrieg (1914 - 1919) forderte die Mitglieder sehr stark. Die meisten Helfer wurden eingezogen, die verbleibenden vielfach in der Versorgung von verwundeten Soldaten in Wiesbaden eingesetzt.
Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Arbeit der Kolonne verändert und stark von der französischen Besatzungsmacht kontrolliert, zeitweise offiziell sogar verboten. Erst ab 1926 ging es wieder mit der offiziellen Arbeit voran und der weitere Ausbau der Kolonne setzte sich fort. Mit der Machtergreifung der NSDAP 1933 wurde auch die Arbeit des Roten Kreuzes verändert. Mit einem Reichsgesetz vom Dezember 1937 wurde schließlich das Rote Kreuz neu gegliedert. Zum ersten Mal wurde die Organisationsbezeichnung einer „Bereitschaft“ geprägt. Die folgenden Jahre waren geprägt von Laienausbildung und Übungen für Luftangriffe.
Im Laufe des zweiten Weltkrieges (1939 – 1945) wurde etwa die Hälfte der Mitglieder einberufen. Die in Wiesbaden verbliebenen Mitglieder besetzten die Sanitätsstation im Hauptbahnhof und betreuten den Luftschutzdienst. Gegen Ende des Krieges wurde das Materialdepot der Bereitschaft in Marktstraße 13 fast völlig vernichtet, die Reste mussten an den „Volkssturm“ abgegeben werden.
Der Wiederaufbau nach dem Krieg
Mit dem Ende des Krieges und der Besatzung durch amerikanische Truppen wurden sämtliche Vereine verboten, damit auch das Rote Kreuz. Erst 1946 wurde dem Roten Kreuz per Erlaß die Wiederaufnahme der Tätigkeit gestattet. In den folgenden Jahren begann mit dem Wiederaufbau Deutschlands auch der Wiederaufbau des Roten Kreuzes in Wiesbaden. 1950 konnte erstmals die JRK-Gruppe in Erscheinung treten. Die Gruppenabende fanden in der Schule an der Oranienstraße statt.
1954 konnte das jahrelange Raumproblem gelöst werden: Die Bereitschaft zog in eine Baracke in der Dotzheimer Straße 1 um. Der Umbau der Räume wurde in unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden von den Mitgliedern selbst geleistet.
1966 musste die Bereitschaft dann erneut umziehen. Diesmal fand sie provisorisch im Keller des ehemaligen „Heilig-Geist-Hospitals“ in der Friedrichstraße (Höhe heutiges Roncalli-Haus) Quartier. Doch bereits 1967 musste auch dieses Haus geräumt werden und so fand sich die Bereitschaft schon ein Jahr später in einem Hinterhaus in der Göbenstraße 17 wieder.
1967 wurde die bis dahin rein männliche Bereitschaft in eine „gemischte Bereitschaft“ umgewandelt. Annelise Ludwig übernahm die Position der stellvertretenden Bereitschaftsführerin.
Der Ausbau zur heutigen Sanitätsbereitschaft
Im Jahre 1974 löste die „Weißkleidung“, die sich im Rettungsdienst bewährt hatte die bis dahin genutzte graue Dienstkleidung als Schutzkleidung bei Sanitätsdiensten ab.
1975 übernahm der Kreisverband Verwaltungsgebäude der Maschinenfabrik Wiesbaden in der Flachstraße. Auch die Sanitätsbereitschaft Wiesbaden IV fand hier ein neues Domizil.
1980 wurde die Ortsvereinigung Wiesbaden Innenstadt als Zusammenschluss der Bereitschaft Wiesbaden IV, der Jugendrotkreuzgruppe und der passiven Mitglieder nach der Ordnung der Bereitschaften gegründet.
1994 feierte die Bereitschaft IV ihr 100jähriges Bestehen mit einer Feierstunde im Kaisersaal zu Sonnenberg. Aus diesem Anlaß wurde der Bereitschaft die goldene Stadtplakette der Landeshauptstadt Wiesbaden verliehen.

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Wiesbaden-Innenstadt

Flachstraße 6
65197 Wiesbaden

Tel.: +49 (0) 611-4687-360
Fax: +49 (0) 611-4687-361

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!